Synchronschwimmerin Silke Hohlstein-Terwesten in die International Swimming Hall of Fame aufgenommen



Silke Hohlstein-Terwesten

Eine ganz besondere Ehre wurde Silke Hohlstein-Terwesten vom Schwimmverein Willich 1965 e.V. zu teil: Als erste Deutsche und erste Europäerin wurde sie in Dallas/USA in die International Master Swimming Hall of Fame (IMSHOF) aufgenommen! Fortan darf sie nun den Titel „Honor Master Synchronized Swimmer“ führen.

Aber zurück zu den Anfängen:

Silke hat 1973 mit 7 Jahren mit dem Synchron-
schwimmen begonnen. Die erste Goldmedaille bei einem Landespflichtturnier erhielt sie mit 8 Jahren, als jüngste Teilnehmerin. Bereits 1976 mit 10 Jahren wurde sie in die Jugendnationalmannschaft aufgenommen, für die sie dann 1977 den ersten Länderkampf bestritt. Eine Blitzkarriere folgte für die talentierte Schülerin: 1980 Teilnahme an der ersten Jugendeuropameisterschaft im Team und zwei Jahre später Silber bei der JEM in Innsbruck. Nebenbei auch Teilnahme an der WM 1982 in Guayaquil/Equador incl. Finalteilnahme mit nur 16 Jahren! Ganze 16 Jahre war Silke Mitglied der Jugendnationalmannschaften und Nationalmannschaften, ist unzählige Länderkämpfe für Deutschland geschwommen in Solo, Duett und Team. Ein Höhepunkt der Gewinn der Bronzemedaille bei der EM in Rom 1983. Insgesamt Teilnahme an 2 JEM, 5 EM – immer mit Finalteilnahme!- und einer WM kommen neben den zahlreichen Länderkämpfen hinzu. Alles wurde dem Sport untergeordnet, egal ob Schule, Abitur oder Privates.

1992 dann der schwere Schicksalsschlag: Auf dem Rückweg nach dem Krafttraining passierte ein schrecklicher Verkehrsunfall, bei der Silke beinahe das Leben verloren hätte… Zwei Mal Reanimation, ein zertrümmertes Bein und es drohte Amputation des rechten Beines. Dazu Schädel-/Hirn-Trauma und weitere schlimme Verletzungen. 6 Tage haben die Ärzte um das Leben der Synchronschwimmerin gekämpft, bevor sie dann in eine Unfallklinik verlegt werden konnte. Es folgten Operationen und die Aussage, dass Silke nie mehr gehen kann und erst recht nicht mehr den geliebten Sport ausführen kann. Zu diesem Zeitpunkt wurde sie sehr unsensibel vom damaligem Fachwart Synchronschwimmen des DSV aus der Nationalmannschaft „befördert“: keine Verabschiedung, kein Dankeschön… Es folgte eine tiefe Depression bis hin zu Suizidgedanken. Die Schwester Birte brachte dann einen kanadischen Cent ins Krankenhaus als Anzahlung für etwas, das sich Master Weltmeisterschaft 1994 in Montreal/ Kanada nannte: Bis dahin war der Mastersport Synchronschwimmen noch ein völlig unbekanntes Metier! Alleine die Aussicht auf ein Ziel, die Tatsache, dass vielleicht doch nicht alles verloren ist, motivierte die leidenschaftliche Synchronschwimmerin, endlich wieder vorwärts zu blicken und aktiv zu werden. Monatelanges Training in der Reha mit Querschnittgelähmten, Härte gegen sich selbst und Ertragen unermesslicher Schmerzen brachten Silke nicht nur wieder auf die Beine, sondern auch wieder ins Wasser zum Synchronschwimmen. Und tatsächlich, gegen jede ärztliche Prognose errang Silke mit ihrer Schwester Birte trotz Lähmung und Handicap die erste Master Weltmeisterschaft im Duett! Seit diesem Ereignis sind die beiden Schwestern eine starke Einheit im Mastersport. Auch im vergangenem Jahr, als Silke einen Tag vor dem 50. Geburtstag eine Krebsdiagnose erhielt, war es der Mastersport Synchronschwimmen, der ihr wieder Mut zum Kämpfen gegeben hat: Aus der ganzen Welt trudelten Videobotschaften der Masterfreunde ein, die Silke motivierten, die Krankheit zu überwinden! So blickt Silke nun auf insgesamt 11 WM-Titel und 5 Silbermedaillen, sowie zahlreiche EM-Titel der Masters und diverse Deutsche Titel zurück. Diese Erfolge und der unbändige Kampfgeist brachten die Ausnahmeathletin letztlich nun auch in die International Master Hall of Fame. 5 Synchronschwimmerinnen wurden vorgeschlagen und ein 60-köpfiges Komitee mit Vertretern der ganzen Welt wählten Silke zur Aufnahme in der IMSHOF.

In ihrer emotionalen Rede dankte Silke ihrer Mutter Ingeborg Hohlstein, die mehr als 4 Jahrzehnte als ihre Trainerin an ihrer Seite war und den größten Anteil an ihren Erfolgen hat, sowie ihrem Vater Helge, der sie und ihre Schwestern seit Beginn ihrer Karriere 1973 voll unterstützt hat. Zuletzt bedankte sie sich bei ihrer extra mitgereisten Schwester Birte Hohlstein-Janssen. Birte ist nicht nur seit 30 Jahren Silkes Duettpartnerin und hat gemeinsam mit ihr u.a. 9 WM-Titel und viele weitere Medaillen erschwommen, sondern war immer die treibende Kraft: ohne sie wäre Silke nach ihrem schweren Autounfall 1992 und ihrer Krebserkrankung 2016 nie wieder ins Wasser gestiegen ist und damit auch im Mastersbereich nie so erfolgreich geworden! So verwundert es nicht, dass Silke betont, dass alles was sie erreicht hat und was sie ist, einzig und alleine das Resultat einer tollen Familie ist. Andere Hilfe und Unterstützung habe es weder im Leistungssport, noch im Mastersport gegeben, genauso, wie es keinen im eigenen Land interessiert, dass oft die einzigen Medaillen für Deutschland und Europa von den beiden Hohlstein-Sisters erschwommen werden.

Im Ausland sind die Geschwister und die ganze Familie eine Legende, im eigenen Land werden sie allerdings gerne ganz einfach vergessen… Unvergesslich ist Silke aber nun in der IMSHOF, als erste -und erst einmal einzige- Europäerin und deutsche Synchronschwimmerin!

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